Lebenswerk der Louise von Marillac

verwitwete Le Gras

geboren 1591 - gestorben 1660 Paris / Frankreich

passfoto louise von marillac

Louise von Marillac, erste Oberin des Ordens der Barmherzigen Schwestern vom hl. Vinzenz von Paul in Paris und Gründerin zahlreicher karitativer Werke, gilt als bedeutende Wegbereiterin der Pflegeausbildung. Bereits zu Lebzeiten brachte man ihr große gesellschaftliche Anerkennung entgegen. Dieser Tatsache ist es zu verdanken, dass ein wesentlicher Teil ihrer Korrespondenz und Arbeitspapiere erhalten blieb und somit heute ein eindrucksvolles Zeugnis ihres Wirkens vorliegt.

Geboren in einer der vornehmsten Familien des französischen Adels erhielt Louise von Marillac eine für ihre Zeit außergewöhnlich vielseitige Bildung und Erziehung. So wurde sie im Dominikanerinnenkloster von Poissy in der Nähe von Paris in Glaubensfragen und den höheren Wissenschaften unterrichtet und erlernte alles, was von Frauen ihres Standes erwartet wurde. Nach dem frühen Tod ihres Vaters wechselte Louise von Marillac in ein bescheidenes Internat, wo sie vor allem in praktischen Hausarbeiten und Haushaltsführung unterwiesen wurde. Bereits in ihrer Jugend erwuchs in ihr der sehnliche Wunsch, anderen in christlicher Nächstenliebe beizustehen.

Ihr Handeln war geprägt von Respekt vor der Einzigartigkeit des Menschen
und Vertrauen in die Fähigkeiten des Menschen, Gutes zu bewirken.

louise von marillac_schriftIn einer Zeit, die geprägt war von Hungersnöten, Epidemien und Kriegen setzte sich Louise von Marillac für die seelischen und materiellen Nöte ihrer Mitmenschen ein. Mit leidenschaftlicher Hingabe wirkte sie am Aufbau und der Führung der von Vinzenz von Paul gegründeten Caritasvereine mit. Hieraus entwickelte sich zwischen Louise von Marillac und Vinzenz von Paul eine intensive, lebenslange Zusammenarbeit, die von gegenseitiger Anerkennung und Unterstützung getragen war.

1633 nahm Louise von Marillac die ersten jungen Frauen, die sich Gott zum Dienste an den Armen und Kranken weihen wollten, als Schülerinnen in ihrem Haus auf. Zielstrebig bereitete sie ihre Schwesterngemeinschaft auf die Übernahme der pflegerischen Aufgaben vor. Sie unterrichtete sie in den theoretischen, praktischen und ethischen Grundlagen der Krankenpflege und betreute sie in ihren Einsatzgebieten.

Mit Güte, Vertrauen und Ermutigung befähigte sie Menschen zur
Übernahme sozialer Verantwortung.

Erstmalig schloss Louise von Marillac mit den Hospitälern Verträge über den Einsatz der Barmherzigen Schwestern ab. Sie vereinbarte die ungehinderte Ausübung der geschulten Krankenpflege und verhandelte Aufgaben, Zuständigkeiten und Entlohnung ihrer Mitarbeiterinnen. Hierbei handelte Louise von Marillac mit Weitsicht, Klarheit und außergewöhnlicher Menschenkenntnis. Diese Form der organisierten Pflege breitete sich aufgrund der großen Erfolge bereits zu ihren Lebzeiten und auch nach ihrem Tod rasch über Frankreich und seine Grenzen hinaus aus. Die nach ihrem Vorbild ausgerichtete Ausbildung und Ausübung der Pflege beeinflussten die Entwicklung der beruflichen Pflege in außerordentlichem Maße.

Louise von Marillac wurde 1934 heilig gesprochen und 1960 von Papst Johannes XXIII zur Patronin aller in der sozialen Arbeit Tätigen erklärt. Jeweils am 15. März wird in der katholischen Kirche ihr Gedenktag gefeiert.

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Letzte Aktualisierung

11. Dezember 2017