Interventionelle Radiologie am St. Josefskrankenhaus - Neue Dimensionen in Diagnose und Therapie

jakobSeit 1. Juni 2010 ist Dr. med. Pedi Jakob als interventioneller Radiologe und Leitender Arzt am St. Josefskrankenhaus Heidelberg tätig. Der zuletzt als Leiter einer Spezialambulanz für minimal-invasive Eingriffe am Zentralinstitut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie am Klinikum Ludwigshafen tätige Radiologe leitet nun gemeinsam mit Dr. Dr. med. Klaus Weidenhammer die Abteilung für diagnostische und interventionelle Radiologie.

Ob Durchblutungsstörung am Bein, - etwa bei der Schaufensterkrankheit -, diabetischem Fuß oder Aussackungen an der Hauptschlagader - im St. Josefskrankenhaus stehen dem Team um Dr. Jakob dank einer neu ausgebauten Röntgenanlage nun schonendere Methoden der Behandlung zur Verfügung. „Zusammen mit den Chirurgen und Kardiologen unseres Hauses erschließen wir ein minimal-invasives Leistungsspektrum, das so vor kurzem noch nicht denkbar war und teilweise eine große, klassische Operation ersetzt", berichtet Dr. Jakob. Diagnose und Therapie sämtlicher Körperregionen können nun theoretisch in einer „Sitzung" erfolgen. Kleinste Katheter werden kontrolliert bis in die entferntesten Körperregionen sicher vorgeführt. Damit können beispielsweise die Fußarterien bei Durchblutungsstörungen ohne Chirurgie sanft aufgedehnt werden. Auch Blutungen aus feinsten Gefäßen (z.B. unstillbares Nasenbluten) werden durch das Vorschieben eines Katheters von der Leiste bis zur Nase sicher gestillt. Und lebensgefährliche Aussackungen der Hauptschlagader (Aneurysmen) behandelt man nun schonend mit individuell maßgeschneiderten Prothesen („fenestrierte Aortenprothesen"), die durch das körpereigene Gefäßsystem an ihren Platz gebracht werden. Und sollte es nötig sein, ist sofort einer der drei Gefäßchirurgen des Hauses zur Stelle, um den Eingriff sicher zu Ende zu führen.

Um die technischen Voraussetzungen zu schaffen, wurde das Herzkatheterlabor durch den Einbau einer neuen Röntgenanlage zu einem „Hybrid-Eingriffsraum" weiterentwickelt, in dem Radiologen, Chirurgen und Kardiologen Hand in Hand am Patienten arbeiten können. Der neue Röntgen-Flachdetektor mit seinem 30 x 40 cm großen Bildschirm bietet die derzeit technisch höchstmögliche Bildqualität bei gleichzeitig erheblich reduzierter Strahlenbelastung der Patienten. Ebenso wird der Verbrauch von nierenbelastendem Kontrastmittel gesenkt.

Die interventionelle Radiologie stellt selbst für die Patienten eine Option dar, die bisher wegen ihres Alters, schwerwiegender Begleiterkrankungen und anderer Einschränkungen nicht für die klassische chirurgische Therapie mit Narkoserisiko und möglicherweise langen Krankenhausaufenthalten in Frage gekommen sind. Dank der neuen Kassen-Zulassung für ambulante interventionelle Eingriffe ist dieses Leistungsspektrum am St. Josefskrankenhaus nun für jedermann zugänglich.

Mitte August 2010 wird zusätzlich ein Mehrzeilen-Detektor-Computertomograf (MD-CT) in Betrieb genommen, mit dem hochauflösende dreidimensionale Kardio-CTs und CT-Angiografien (Herz- und Gefäßdarstellungen) möglich sind. Damit werden unter anderem die technischen Voraussetzungen für die computergestützte Anfertigung von maßgeschneiderten Prothesen bei Aortenaneurysmen geschaffen. Auch das Spektrum der Kardiologie im Hause wird durch die verfeinerte Diagnostik sinnvoll erweitert, so dass mit Hilfe des Kardio-CTs bzw. der bereits etablierten Kardio-Kernspintomografie in vielen Fällen eine Herzkatheteruntersuchung vermieden werden kann.

Foto: (v.l.): Prof. Dr. med. Armin Quentmeier, Chefarzt der Chirurgie, Dr. med. Pedi Jakob, Leitender Arzt der Radiologie, Priv. Doz. Dr. med. Carsten Krüger, Chefarzt der Inneren Medizin - Abteilung für Kardiologie und Angiologie, Foto: Friederike Hentschel

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Letzte Aktualisierung

11. Dezember 2017