Chirurgie am St. Josefskrankenhaus bewegt sich dreidimensional in die medizinische Zukunft

neuer 3d-op-turm2Futuristisch sieht es aus, wenn Dr. Roderich Bönninghoff mit seinen Kollegen einen Patienten mit dem neuen 3D-Laparoskopie-Turm operiert. Im OP 1 des Heidelberger St. Josefskrankenhaus tragen alle Beteiligten dunkel getönte Spezial-Brillen und blicken auf einen großen HD-Monitor, während Chirurgie-Chefarzt Bönninghoff einen minimalinvasiven Eingriff durchführt.

Der etwa 90.000 Euro teure High-Tech-Apparat besteht aus einem sehr großen Monitor und angepassten Brillen und gilt als der neueste medizinische Fortschritt für Operateure. Diese Geräte ermöglichen den dreidimensionalen Blick in den Körper des Patienten. Damit ist das St. Josefskrankenhaus die erste Klinik in der Region, die über diese innovative Technologie verfügt.

„Mit diesem Gerät können wir während eines Eingriffs in die Tiefe sehen", erklärt Dr. Bönninghoff die Vorteile der dreidimensionalen Darstellung: „Im Vergleich zum zweidimensionalen Bild eines herkömmlichen Monitors nehmen wir so auch die Umgebung der Operationsstelle räumlich wahr und können die Bewegungen der von uns gesteuerten laparoskopischen Instrumente viel besser einschätzen. Anatomisch feinste Gewebestrukturen werden noch besser erkannt, noch schonender behandelt", schwärmt der Chirurg vom 3D-Operationsverfahren. Der Operateur kann so schneller, entspannter und präziser arbeiten. Insbesondere bei komplizierten Nahtarbeiten, wie zum Beispiel in der Adipositas-Chirurgie, und bei Präparationsschritten bringt das Verfahren für die Operateure viele Vorteile. Und auch die Patienten profitieren davon, wenn durch den Einsatz des Gerätes kürzere Operationszeiten und mehr Sicherheit möglich sind. „Mit dieser neuen Technologie können wir unsere chirurgische Qualität zum Wohle des Patienten weiter optimieren. Besonders in der Dick- und Enddarmchirurgie wegen Entzündungen oder Tumoren ist die exakte Präparation für den Patienten sehr wichtig. Die Technik verspricht Vorteile sowohl für den erfahrenen Chirurgen als auch für den Operateur in Ausbildung, der die laparoskopische Technik dank des verbesserten Raumgefühls schneller erlernen kann", fasst Bönninghoff zusammen.

Die 3D-Technik, welche auch bei der bereits medizinisch etablierten Da Vinci-Roboter-Operation eingesetzt wird, eignet sich speziell für die minimalinvasive Chirurgie, bei der neben den Operationsinstrumenten auch eine Kamera durch kleine Öffnungen in den menschlichen Körper eingeführt wird. Vorteile minimalinvasiver Operationen sind der geringe Blutverlust des Patienten sowie die Beschränkung auf kleine Schnitte, die wenig Gewebe verletzen und kaum Narben hinterlassen. Allerdings können die Operateure bei dieser Technik ihr Tun nur über den Monitor begutachten. Deshalb eröffnet die 3D-Technologie neue Möglichkeiten: „Wir freuen uns, mit diesem Gerät operieren zu können. Das hebt unsere Arbeit auf ein neues Level", so Dr. Roderich Bönninghoff. (ckl)

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Letzte Aktualisierung

21. August 2017