Wenn das Herz aus dem Takt gerät - Herztag am St. Josefskrankenhaus

herzecho 1Viele Menschen bemerken gar nicht, wenn das eigene Herz aus dem Takt gerät. Ein Herzstolpern, das kurzzeitige Aussetzen des Herzschlags oder Extraschläge sind keine Seltenheit, haben bei gesunden Menschen aber meist keinerlei Auswirkungen. In manchen Fällen aber können Herzrhythmusstörungen auf eine zugrundeliegende Herzkrankheit hinweisen. Dann muss ein Kardiologe beurteilen, ob und wie diese Arrhythmien behandelt werden müssen. Speziell diesem Thema galt am vergangenen Samstag der Herztag am Heidelberger St. Josefskrankenhaus. Fachvorträge, Gesundheits-Checks und Workshops erwarteten die etwa 300 Besucher. Außerdem konnten sie einen Blick ins Herzkatheterlabor und in einen Rettungswagen werfen.

Privatdozent Dr. Carsten Krüger, Chefarzt der Abteilung Kardiologie und Angiologie, begrüßte die zahlreichen Gäste und führte ins Thema ein. In seinem Vortrag skizzierte er typische Erscheinungsformen von Herzrhythmusstörungen sowie deren Ursachen: Schädigungen oder Entzündungen des Herzmuskels können Arrhythmien auslösen, außerdem kann diese Herzschwäche auch vererbt oder durch Medikamente ausgelöst werden. Dr. Krüger zeigte in seinem Vortrag, dass man Herzrhythmusstörungen aber nur behandelt, wenn sie die Gefahr eines plötzlichen Herztodes oder eines Schlaganfalls mit sich bringen, sie zu einer eingeschränkten körperlichen Leistungsfähigkeit führen oder den Patienten sehr belasten, zum Beispiel durch häufige Schwindelanfälle oder Unwohlsein.
Die häufigste Erscheinungsform einer Herzrhythmusstörung ist das Vorhofflimmern. Darauf ging der leitende Oberarzt Dr. Rüdiger Bischoff in seinem Vortrag ein. Dabei arbeiten die Herzvorhöfe unkoordiniert, wodurch es zu unspezifischen Symptomen wie Leistungseinschränkungen, Müdigkeit oder Schlafstörungen kommt. Etwa 300.000 Menschen in Deutschland leiden unter dieser Form der Arrhythmie. Die Erkrankung geht mit einem erhöhten Risiko für Schlaganfälle und Herzinsuffizienz einher. Allerdings können die meisten Patienten durch eine medikamentöse oder invasive Behandlung, speziell der Katheterablation, wieder ein normales Leben führen. Deshalb ist es wichtig, eine Herzrhythmusstörung korrekt zu diagnostizieren. Dabei helfen den Medizinern EKG und Langzeit-EKG, die Störungen am Herzen aufzeichnen und interpretierbar machen. Neben dem Vorhofflimmern gibt es weitere Herzrhythmusstörungen, über die Oberarzt Dr. Kaweh Zokai referierte.
Neben den Vorträgen wartete ein umfangreiches Rahmenprogramm auf die Besucher: Beim persönlichen Gesundheits-Check konnte man den Gefäßzustand überprüfen lassen: An verschiedenen Ständen auf dem Klinikgelände wurden Blutdruck- und Blutzuckermessungen sowie weitere Gesundheits-Checks angeboten. Auch medizinische Diagnostik war am eigenen Leib zu erfahren: In der Kardiologie konnten sich die Besucher zum Beispiel die Beingefäße per Dopplertest auf Verkalkungen untersuchen lassen. Futuristisch sah es im Herzkatheterlabor aus, wo Fachkräfte dem interessierten Publikum die diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten dieser Methode erklärten: An einer Arterie in der Leiste wird ein Schlauch bis zum Herzen eingeführt, mit dem an bestimmten Stellen Kontrastmittel verabreicht wird. Damit können die Ärzte Engstellen erkennen und behandeln - zur Veranschaulichung musste am Herztag allerdings eine Puppe herhalten. Ergänzt wurde das Angebot durch Erste-Hilfe-Übungen, einer Industrieausstellung sowie einem Rettungswagen, der besichtigt werden konnte. (ckl)

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Letzte Aktualisierung

21. April 2017