Die Herzkranzgefäße im Herztag2Blick – Herztag am St. Josefskrankenhaus

Die Herzkranzgefäße versorgen den Herzmuskel mit Sauerstoff und Nährstoffen. Sind diese durch Ablagerungen verengt, kann es zu Herzrhythmusstörungen, Herzinsuffizienz bis hin zum Herzinfarkt kommen. Diesem zentralen Thema der koronaren Herzerkrankung widmete sich Mitte April der Herztag des Heidelberger St. Josefskrankenhauses.

Mehr als 300 Besucher, Patienten, Angehörige und Interessierte kamen zu der Patientenveranstaltung unter Schirmherrschaft von Oberbürgermeister Dr. Eckhart Würzner, bei der dem Publikum neben Vorträgen auch Gesundheits-Checks, Workshops und eine Industrieausstellung angeboten wurden.

Privatdozent Dr. Carsten Krüger, Chefarzt der Abteilung Kardiologie und Angiologie, bekräftigte in seinem Vortrag mit Statistiken die akute Bedeutung von Herzerkrankungen: Jeden Tag erleiden in Deutschland etwa 800 Menschen einen Herzinfarkt, das entspricht fast 300.000 Herzinfarkten pro Jahr. Bei mehr als der Hälfte der akut Erkrankten führt der Infarkt zum Tod. Anhand von eindrucksvollen Schaubildern zeigte der Kardiologe, wie Verengungen in den Herzkranzgefäßen entstehen können. Deutlich wies er auf Risikofaktoren wie Rauchen, Bluthochdruck, hohe Cholesterin- und Triglyzerid-Werte hin, sowie auf seelische Belastung durch Stress. Diese Faktoren befördern arteriosklerotische Veränderungen in den Herzkranzgefäßen. Kommt es dazu, tritt meist eine Angina pectoris auf, das häufigste Symptom für eine koronare Herzkrankheit. Außerdem kann es zu Kammerflimmern, einer gravierenden Herzrhythmusstörung, kommen, die häufig zu einem Herz-Kreislauf-Stillstand führt. Dr. Krüger mahnte dazu, bei Verdacht auf einen Herzinfarkt sofort den Notruf zu wählen.

Dr. Rüdiger Bischoff, leitHerztag3ender Oberarzt der Kardiologie, zeigte dem Publikum, wie man eine koronare Herzerkrankung medizinisch erkennen kann. Hinweise darauf bringt meist schon die Befragung des Patienten nach typischen Beschwerden, familiären Vorerkrankungen oder Bluthochdruck. Ruhe- und Belastungs-EKG bis hin zur Echokardiographie oder einem Cardio-MRT beziehungsweise Cardio-CT sind weitere diagnostische Methoden, die den behandelnden Arzt die vorliegenden Gefahrenpotenziale erkennen lassen. Diese Verfahren liefern eventuelle Hinweise auf eine Erkrankung. Die Methode zur definitiven Diagnose einer Erkrankung der Herzkranzgefäße ist die Untersuchung im Herzkatheterlabor. Vorteil dabei ist, dass eine Verengung oder Erkrankung während des gleichen Eingriffs behandelt werden kann. Bei etwa einem Drittel aller 750.000 jährlich in Deutschland durchgeführten Eingriffe werden neben den diagnostischen auch therapeutische Maßnahmen durchgeführt.

Oberarzt Dr. Kaweh Zokai erläuterte in seinem abschließenden Referat die verschiedenen Bestandteile der Behandlung einer koronaren Gefäßkrankheit. Neben Medikamenten, die zur Senkung des Blutdrucks und Cholesterins dienen, können die Aufdehnung und Stent-Implantation verengter Blutgefäße im Herzkatheterlabor oder aber auch im Rahmen einer Operation am Herzen das Mittel der Wahl sein. Wichtig sei nach einer erfolgreichen Behandlung aber immer die Nachsorge und Prävention, da eine koronare Herzkrankheit zwar nicht geheilt ist, aber in ihrem weiteren Fortschreiten gehindert werden kann.

Neben den theoretischen Erläuterungen der Herz-Spezialisten konnten die Besucher ganz praxisnah Einblick ins Herzkatheterlabor des St. Josefskrankenhauses nehmen. Vor Ort erläuterten die Fachärzte unterschiedliche diagnostische und therapeutische Methoden, die durch einen eingeführten Herzkatheter möglich sind: der Blutfluss kann dargestellt werden und bei Bedarf können verengte Gefäße durch eine Ballondilatation wieder geweitet und mittels einer Gefäßstütze (Stent) stabilisiert werden. Moderne medizinische Diagnostik war außerdem am eigenen Leib zu erfahren: So konnten sich die Besucher das Herz und die Beingefäße per Ultraschall untersuchen lassen. Das umfangreiche Rahmenprogramm wurde ergänzt durch einen persönlichen Gesundheits-Check mit Blutdruck- und Blutzuckermessungen, Erste-Hilfe-Übungen, einen Entspannungskurs, einer Industrieausstellung sowie die Besichtigung eines Rettungswagens des Deutschen Roten Kreuzes. (ckl)

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Letzte Aktualisierung

21. April 2017