Hbenthal spricht

Arthrose kann jeden treffen

Was tun, wenn die Schulter schmerzt, das Knie nicht mehr gerade wird oder die Hüfte einknickt? Antworten auf diese Fragen gaben Ende Juli die Heidelberger Fachärzte der Sportopaedie-Praxis sowie ihre Kollegen vom St. Josefskrankenhaus.

Beim zweiten Heidelberger Arthrosetag kamen etwa 150 interessierte Gäste, um den Fachvorträgen zu lauschen und aktuelle Informationen zum Thema Gelenkverschleiß zu erhalten.

Orthopäde Prof. Dr. Desiderius Sabo referierte über den Einsatz von künstlichen Gelenken und widmete sich dabei speziell den Möglichkeiten am Knie und in der Hüfte. Er zeigte auch, wann konservative, gelenkerhaltende Maßnahmen wie Krankengymnastik, Gehhilfen oder schmerzlindernde Medikamente ausreichend sind und wann operative Methoden zum Einsatz kommen sollten. „Immer müssen Patient und Arzt gemeinsam entscheiden, ob ein Gelenkersatz die richtige Therapie ist. Nie kann einer das alleine“, machte der erfahrene Mediziner deutlich. Häufig leiden Menschen mit einer Hüftarthrose über einen langen Zeitraum an starken Schmerzen und Einschränkungen der Bewegungsfähigkeit. „Hier können wir mit Endoprothesen eine deutliche Verbesserung der Lebensqualität erreichen“, so Sabo. Dem schloss sich auch sein Kollege Dr. Lars Hübenthal an, der in seinem Vortrag moderne Therapiemethoden an der Schulter, darunter speziell der Einsatz von Endoprothesen, vorstellte.

Häufig haben Patienten Befürchtungen, dass sie nach dem Einsatz einer Prothese keinen Sport mehr treiben und keine starken körperlichen Belastungen mehr aushalten können. Dem widersprach Dr. Markus Weber in seinem Vortrag: Sportliche Aktivität führe sogar zu einer guten muskulären Führung und der Verbesserung der Stabilität und Haltbarkeit des Gelenks. Durch regelmäßiges Training könne man Stürzen mit Knochenbrüchen oder sonstigen Verletzungen vorbeugen. So eignen sich, insbesondere auch für ältere Menschen, Sportarten wie Nordic Walking, Schwimmen oder Radfahren, um sich körperlich fit zu halten und die muskuläre Umgebung des Ersatzgelenks zu stärken. Weniger geeignet sind Sportarten wie Skifahren oder Kontaktsportarten, da hier eine hohe Verletzungsgefahr gegeben ist.

FachgesprcheDr. Thomas Kiesel, Chirurg und Sektionsleiter für Unfallchirurgie, zeigte in seiner Präsentation zahlreiche Beispiele von Patienten, die aufgrund von Knochenbrüchen chirurgisch behandelt werden mussten. So helfen implantierte Platten, Schrauben und Drähte dabei, die deformierten Knochen so zu fixieren, dass der Patient keine Schmerzen leiden muss und sich die Knochen wieder verfestigen. Dabei zeigte der erfahrene Chirurg spannende Röntgenbilder von mehrfach gebrochenen Gliedmaßen und demonstrierte daran mögliche Heilungsmethoden.

Um den Menschen die Angst vor der Narkose zu nehmen, sprach Chefarzt Dr. Markus Lüthgens, der die anästhesiologische Abteilung am St. Josefskrankenhaus leitet. Er zeigte, welche unterschiedlichen, modernen Methoden der Betäubung derzeit verwendet werden und auch, dass man orthopädische Operationen nicht zwangsläufig unter Vollnarkose durchführen muss. Vielmehr stehen mehrere Regionalanästhesien zur Verfügung, die es erlauben, während eines Eingriffs mit dem Patienten zu sprechen. Während und nach den Vorträgen gab es Gelegenheit, mit den Spezialisten ins Gespräch zu kommen, um individuelle Fragen zum Thema zu stellen. Außerdem zeigten mehrere Endoprothesenhersteller ihre Produkte und beantworteten Fragen zu deren Material und Beschaffenheit. (ckl)

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Letzte Aktualisierung

27. März 2017